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Hinweis:
Nach den aufwendigen und großen Liturgien der Karwoche kommen jetzt wieder etwas einfachere Gottesdienste zu den Sonntagen der Osterzeit. Der Ostersonntag ist noch etwas größer dimensioniert, so dass Sie darin noch wesentliche Elemente aus der Osternacht wiederfinden. Diese können Sie getrost weg lassen, wenn Sie diese in der Osternachtsliturgie schon gehabt haben. Oder Sie können diese in der Nacht weglassen und am Sonntag mitnehmen.

Es gibt auch von der Diözese über den Familienbund eine Vorlage für Palmsonntag zu Hause unter www.familien.bistum-wuerzburg.de

 

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest, Erfahrungen von Auferstehung und vor allem Gesundheit – ihr Pfarrer Bernhard Albert.

 


  

Gottesdienst am Oster – Sonntag 2020

 

Eingangslied:   GL 776, 1.2 "Nun freue dich, du Christenheit, …"

 

Einführung:   
„Seht, der Stein ist weggerückt, nicht mehr, wo er war; nichts ist mehr am alten Platz, nichts ist, wo es war.

Seht, das Grab ist nicht mehr Grab, tot ist nicht mehr tot. Ende ist nicht Ende mehr, nichts ist, wie es war.

Seht, der Herr erstand vom Tod, sucht ihn nicht mehr hier; geht mit ihm in alle Welt, er geht euch voraus.“

So beschreibt Lothar Zenetti in einem Lied, was an Ostern geschah. Er greift den biblischen Impuls dabei auf: „Seht!“ Wir sollen uns selbst überzeugen, denn was Ostern geschah und bis heute geschieht, ist genau genommen unsagbar. Trotzdem müssen wir davon sprechen – in der Sprache unserer Zeit.

Heute am Ostersonntag hören wir die Frohe Botschaft durch Johannes. Da wird es deutlich. Schlüssel zum Glauben und Vertrauen auf die Auferstehung ist die Liebe. Es sind die tief Liebenden, die Jesus als dem Auferstandenen begegnen und den Neuanfang wagen: Maria von Magdala und Johannes, der Jünger, den Jesus liebte (und umgekehrt!).

Warum braucht es Liebe, um Auferstehung zu erfahren?Liebe will Ewigkeit und das macht sie stark, stärker als allen Tod dieser Welt. Wo echte Liebe brennt, da erfahren wir Auferstehung. Die Osterkerze kündet von dieser Liebe und ihrem Feuer.

So lasst uns im Licht dieser Kerze beten:

 

Segensgebet:
Gott, dein Licht wurde uns neu entzündet im Zeichen der Osterkerze. Sie soll uns Zeichen sein für deinen Sieg über alles Dunkel, für den Sieg des Lebens über den Tod. Dieser Sieg des Lebens gilt auch für unsere Verstorbenen. Für sie zünden wir in diesen Tagen ebenfalls kleine Osterlichter an. Segne + alle unsere Lichter, die wir vom Osterlicht aus entzünden, und lass sie uns Erinnerung sein, dass unsere Verstorbenen bei dir das neue Leben der Auferstehung empfangen haben, in dem sie befreit sind von allen Fesseln des Todes. Lass sie bei dir leben in alle Ewigkeit – Amen.

 

Totengedenken:
Gedenken wir unserer verstorbenen Angehörigen in der Gewissheit, dass sie bei Gott aufgehoben und in besten Händen sind. Er schenkt ihnen alle Lebensfülle in seinem Licht und Frieden.

Halten wir eine Zeit der Stille, in der jede/r seiner Angehörigen gedenken und sie Gott anvertrauen kann.

 

- S T I L L E ! -

 

Gebet:
Gott allen Lebens, du rufst uns heraus aus allem, was Tod bedeutet. Denn du willst das Leben für uns. Wir danken dir, dass du durch Jesus Christus den Tod überwunden und uns das Leben erworben hast, das keinen Tod mehr kennt.

So empfehlen wir dir all unsere Lieben, deren Lebensweg in dieser Welt zu Ende ist. Aber deine Geschichte mit ihnen geht weiter. Du lässt sie leben in deinem Reich – daran glauben wir und darauf hoffen wir. Lass uns nie vergessen, dass sie auch weiter zu uns gehören.

Für sie entzünden wir das Licht des Lebens. Und wir besprengen ihre Gräber mit den Lebenswassern Gottes, denn du bist ihr Leben in Zeit und Ewigkeit – Amen.

 

Osterkerzen der Verstorbenen (z.B. der Familie) entzünden!

 

Lied:
GL 780, 1.2 "Preis dem Todesüberwinder …"

 

Kyrie – Ruf:
Ostern bringt uns in Bewegung – hoffentlich nicht nur äußerlich, sondern vor allem im Herzen. Das neue Leben will uns tiefer miteinander verbinden, damit mehr Menschlichkeit aufscheinen kann in der Welt. Wenden wir uns an Gott und bitten um sein Erbarmen:

Guter Gott, du findest immer neue Wege zu uns, du wandelst Trauer in Freude und trocknest unsere Tränen der Not und des Leids . . .

Herr Jesus Christus, du suchst Zeugen des Wunders deiner Auferstehung, du suchst uns und willst, dass wir uns ansprechen lassen von deiner Botschaft . . .

Gott, Hl. Geist, du öffnest uns die Augen, damit wir in unseren Mitmenschen dich erkennen; damit wir das Unglaubliche glauben: dass du lebst und weiter Leben schenkst . . .

 

Friedensgruß:
Gott, du weißt um unsere Zweifel und Schwächen. Du kennst unser Versagen. Aber du gibst uns niemals auf. Darum vergibst du uns alle Schuld und schenkst uns einen Neuanfang, damit wir dem Leben trauen, wie du es an Jesus, deinem Sohn, gezeigt hast. Erfülle uns mit deinem Geist des Lebens und lass uns deinen Shalom, deinen Frieden erfahren und weitergeben:

 

Der Friede und alle Versöhnung Gottes sind mit euch . . .

 

Glorialied:
GL 780, 3.4 "Uns zum Himmel zu erheben …"

 

Tagesgebet:
Gott des Lebens, Ostern verschlägt uns die Sprache. Wir feiern, was wir kaum für möglich halten. Lass den Auferstandenen unter uns gegenwärtig sein, damit der Funke des Osterfeuers überspringe. Sende den lebendigen Herrn in unsere Mitte, damit er unser Suchen und Fragen wahrnehme und alle Trauer in Freude und Gewissheit wandle. Schenke uns den glücklichen Augenblick, in dem wir ihn wieder erkennen und unseren Namen neu aus seinem Munde hören, heute und für alle Tage unseres Lebens – Amen.

 

Lesung:   Apg 10, 34a. 37 – 43

 Da begann Petrus zu reden und sagte: „Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat:

Wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit Heiligem Geist und mit Kraft, wie dieser umher zog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.

Und wir sind Zeugen für alles, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet. Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben.

Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkünden und zu bezeugen: Dieser ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten. Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.“

 

Antwortgesang:   GL 329, 1.2.5 "Das ist der Tag, den Gott …"

Halleluja:    GL 718 "Halleluja, halleluja …"

 

Evangelium:   Joh 20, 1 – 9

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weg genommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: „Sie haben den Herrn aus dem Grab weg genommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben.“

Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab. . . . Johannes beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte.

Da ging auch der andere Jünger hinein. Er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse. Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Diese sagten zu ihr: „Frau, warum weinst du?“ Sie antwortete ihnen: „Sie haben meinen Herrn weg genommen, und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben.“

Als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: „Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen.“ Jesus sagte zu ihr: „Maria!“

Da wandte sie sich um und sagte auf hebräisch zu ihm: „Rabbuni!“ das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: „Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinauf gegangen. Geh aber zu meinen Schwestern und Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: „Ich habe den Herrn gesehen.“ Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

 

Halleluja:  GL 718 "Halleluja, halleluja …"

 

Predigt:

Ostern bringt in Bewegung. Auferstehung macht Beine. So scheint es, denn Maria von Magdala bricht frühmorgens noch in aller Dunkelheit auf, um zum Grab zu eilen.

Trotz Dunkelheit erkennt sie, dass der Stein weg genommen ist. Das Grab ist frei und der Schock sitzt tief. Maria braucht nicht erst nachzusehen, was da geschehen ist, für sie ist alles klar. Der Leichnam wurde entwendet. Das müssen die Jünger wissen, zumindest Petrus und Johannes.

 

Petrus und Johannes allerdings wollen Fakten sehen, sich selbst überzeugen. So kommt es zum Wettlauf wegen eines Toten! Dieser kann doch nicht einfach weg gelaufen sein. Warum diese Eile? Wo Unmögliches, nicht Vorstellbares, eben ein Wunder sich abzeichnet, da reagieren wir kopflos und irrational.

Petrus und Johannes haben Hektik; sie wollen sehen, was am Grab geschehen ist. Maria lässt sich nicht von dieser Hektik ergreifen, sie kehrt wohl in aller Ruhe zum Grab zurück, steht dort und weint in ihrer Trauer. Sie ist gelähmt, doch trotz allem bleibt sie wach und achtsam für alles, was da vielleicht noch kommen mag.

 

Anders ist es bei Petrus und Johannes: Petrus bekommt den Vortritt und er geht ins Grab hinein, sieht die Leinenbinden und das Schweißtuch liegen. Kommt ihm da keine Erinnerung? Es war doch erst kürzlich. Jesus hatte Lazarus auferweckt. Dieser kam aus dem Tod und Jesus sagte: „Löst ihm die Binden und lasst ihn weg gehen.“ Lazarus kam nicht einfach in diese Welt zurück, Jesus ist kein Reanimateur, sondern ER erweckt zum Leben der Auferstehung.

Lazarus wurde nicht seinen Schwestern wieder zurück gegeben, sondern die Schwestern und alle, die dabei waren, wurden aufgefordert, Lazarus gehen zu lassen; ihn loszulassen, weggehen eben in die neue Welt Gottes, in sein Reich. Dazu mussten die Binden gelöst werden; denn nichts soll Lazarus mehr an diese Welt binden. Er ist frei, um ins Reich der Liebe einzugehen. Die Jünger hatten dies miterlebt, aber nicht verstanden. Denn bei Jesus sehen sie nun dasselbe – die gelösten Binden, den fehlenden Leichnam, das offene Grab – und sie verstehen wieder nichts, zumindest Petrus.

 

Johannes nämlich ging ins Grab, „er sah und glaubte“. Aber was glaubte er? An Jesu Auferstehung? Das ist fraglich, doch möglich. Denn er ist doch jener Jünger, der in einer besonderen Liebesbeziehung zu Jesus stand. War seine Liebe zu Jesus so tief, dass er begreifen konnte? Oder glaubte er nur daran, dass Maria die Wahrheit gesagt hatte? Schließlich heißt es im Evangelium, dass sie die Schrift noch nicht verstanden hatten, was Auferstehung betrifft. Und sie gehen ja auch wieder einfach zurück nach Hause, so als ob sich nichts wesentlich geändert hätte.

Und nun zu Maria. Sie steht längst wieder am Grab und weint. Ich bin überzeugt, dass sie nur darauf wartete, bis die beiden Jünger wieder fort waren. Sie wollte am Grab allein sein, mit ihrem Herrn im Herzen. Wo auch sonst? Schließlich ist ihr Jesus am Kreuz gestorben und hier begraben worden. Er ist tot – und nun ist der Leichnam weg. Für eine Liebende eine Horrorvorstellung, wenn nichts wie gewohnt ist.

 

Maria beugt sich ins Grab – und das Wunder geschieht. Sie allein sieht zwei Lichtgestalten, Engel, die genau nach dem fragen, was Maria bewegt: „Warum weinst du?“ Ihre Theorie vom Diebstahl des Leichnams findet bei den Lichtgestalten keine Antwort – oder doch? Maria dreht sich um, ihr Blick geht nicht mehr ins Grab hinein sondern vom Grab nach draußen, weg vom Tod. Da steht vor ihr ein Mann, den sie für den Gärtner hält. Wer soll auch sonst hier noch herumlaufen? Komisch, dieser Fremde stellt ihr dieselbe Frage: „Frau, warum weinst du?“ Und er fügt noch hinzu: „Wen suchst du?“ Wieder kommt von Maria die Theorie vom Diebstahl des Leichnams.

Doch wieder kommt keine Antwort auf ihre Fragen und Theorien. Sie hört nur ihren Namen: „Maria!“ Jesus gibt keine Antworten, keine Erklärungen, ER lässt die Beziehung aufleben durch die Nennung ihres Namens. Bei Johannes steht hier ein Ausrufezeichen. Das heißt: Maria, Mensch wach auf. Es ist kein Traum, es ist wahr: Ich bin es, Jesus, ich lebe!. Wie reagiert Maria darauf? Wieder wendet sie sich um, wohl ihre endgültige Abwendung vom Tod, denn sie bekennt: „Meister!“ Erneut steht hier ein Ausrufezeichen. Maria hat verstanden.

 

Doch es ist wie bei Lazarus. Auferweckte lassen sich nicht festhalten. Die Binden müssen gelöst, alles Irdische abgeschüttelt werden. Nichts kann sie mehr in dieser Welt fesseln. Denn in dieser Welt leben sie einzig weiter in unseren Herzen, in unserer Liebe, die wir mit ihnen gelebt haben und die über den Tod hinaus Bestand hat. Was Maria jetzt tun soll, ist die Überzeugung der Jünger, denn sie hatten noch nichts begriffen.

„Geh zu meinen Schwestern und Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“ Merkwürdig – kein Wort von Auferstehung sondern die Einheit mit Gott als unser aller Vater (und Mutter) ist Jesus am wichtigsten. Warum wohl? Auferstehung zeigt sich eben in solcher Einheit. Wo wir in Einheit mit Gott leben, da tragen wir Auferstehung bereits in uns.

 

Maria tut, was ihr aufgetragen ist. Sie verkündet den Jüngern – nichts von Auferstehung oder Einheit mit Gott, sondern: „Ich habe den Herrn gesehen.“ Maria tut das Einzige, was hier Sinn ergibt. Sie erzählt von ihrer persönlichen Erfahrung. Erst auf dieser Grundlage wird sie den Jüngern mitteilen, was der Herr ihr gesagt hat. Auferstehung muss auf Erfahrungen gründen. Darum die Schweigegebote Jesu, wenn es um Auferstehungserfahrungen ging. Erst die Erfahrung seiner Auferstehung bereitet den Boden für unser Ostern.

Wo also erfahre ich in meinem Leben Auferstehung?

Wo blüht mein Lebensgarten neu auf?

Oder auch anders ausgedrückt: Welche Binden muss ich lösen, um frei zu werden für persönliche Auferstehungserfahrungen?

Habe ich Liebe schon einmal erfahren wie eine Auferstehung?

Was und wo wurde in meinem Leben schon neu?

Ich wünsche Ihnen allen ein Osterfest, das gesegnet ist durch liebevolle Erfahrungen, die sie auf(er)stehen lassen, aufrichten und Mut machen auf ihren Wegen.

Amen – Halleluja!

 

Lied:  GL 775, 1.3.5 "Das neue Morgenrot erglüht …"

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Osterwasser:  falls noch nicht in der Osternacht gesegnet!

 

Kreuz und Auferstehung sind die Quelle unserer Hoffnung und Kraft. Alle Lebenswasser Gottes haben da ihren Ursprung. Kommen wir zu seinen Wassern und bitten um den Segen:

 

Segensgebet:
Guter Gott, du hast den Wassern geboten und sie in die Schranken gewiesen, damit wir durch sie keinen Schaden nehmen. Du gabst deinem Volk Wasser in der Wüste, damit es trinken konnte. Du hast durch Jesus uns aufgerufen, zu dir zu kommen, um bei dir unseren Durst zu stillen. Denn du gibst lebendige Wasser, die erfrischen und beleben.

So sende deinen Segen+auf diese Wasser und heilige sie, damit sie uns Wasser des Lebens seien, Quelle der Freude und der Kraft.

 

Osterkerze ins Wasser senken!

 

Segne dieses Wasser mit der Kraft deines Geistes. Sie steige herab in dieses Wasser, damit es lebendiges Wasser werde, das uns tränkt und geleitet bis ins ewige Leben.

 

Salz ins Wasser streuen!

 

Segne +auch das Salz, mit dem wir dieses Wasser vermischen; schütze es vor Verderbnis und Faulheit. Es gebe diesem Wasser immer neue Kraft, damit es in uns strömen und uns beleben kann, heute und alle Tage unseres Lebens – Amen.

 

Tauferneuerung:
Bevor wir die Lebenswasser Gottes neu empfangen und uns damit bekreuzigen in Erinnerung unserer Taufe, werden wir nach unserem Glauben gefragt, zu dem wir uns neu bekennen sollen.

 

Glaubt ihr alle an Gott, der laut gerufen: 'Sieh, es werde!' Und so die Fessel weg genommen von der Mutter Erde, von jeder Knospe, jedem Ei, damit Blühen wohl gelingt?

 Ja, das glaube ich.

 

Glaubt ihr alle an Jesus Christus, der seinem Vater gleich getan, die Fessel abgeschnitten, dem, der ganz verstrickt im Bösen war; den Lazarus zurückgerufen aus der Leichenstarre und selbst des Todes Fessel abgeworfen wie Vögel jetzt ihr Winterkleid?

 Ja, das glaube ich.

 

Glaubt ihr alle an den Geist, der lebendig macht und der es ist, der alle Fesseln sprengt; der uns zur Gemeinde wachsen lässt und uns Courage gibt, aufzustehen gegen jede Art neuer Fesselung im Leben?

 Ja, das glaube ich.

 

Glaubt ihr alle an eine Kirche, die Menschen niemals fesselt, außer an das Wort der Auferstehung; an eine Gemeinde, die befreit vom Wort, das hart geurteilt, vom Tun, das Schaden angerichtet, weil nur so das Leben weitergeht zur Fülle – nicht zum Tode?

 Ja, das glaube ich.

 

Kreuzzeichen:
So nehmen wir von den Lebenswassern Gottes als Erinnerung an unsere Taufe und dass unser Glaube gestärkt werde; dass wir aufstehen können gegen alles, was unser Leben fesselt und niederdrückt. Mit diesen Wassern wollen wir uns bekreuzigen.

Wir sind gesegnet mit den Lebenswassern Gottes und neu geboren im Wasser und Hl. Geist, damit wir im Einklang mit Gott leben können, im Namen des Vaters,+ des Sohnes und des Hl. Geistes – Amen.

 

Lied:  GL 491, 1 – 3 „Wir sind getauft und Gott …"

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Fürbitten:
Gott, in der Auferweckung deines Sohnes feiern wir, was du auch uns schenken wirst. Unsere Erdentage werden zu Ende gehen, aber wir dürfen ewig leben vor dir. So bitten wir:

 

Für alle, die aus dem irdischen Leben und aus dieser vergänglichen Zeit alles herauspressen wollen: Nimm ihrem Leben die Angst, die Unruhe und Verzweiflung, berühre tröstend ihr Herz und führe sie ins Weite . . .

 

Für alle, die noch immer tief in der Sackgasse des Karfreitags und im Schweigen des Karsamstags stecken: Rufe sie beim Namen, damit alles Erstarrte sich bei ihnen belebe. Lass das Licht des Ostermorgens auf sie überspringen . . .

 

Für alle, die unmenschlich behandelt und fallengelassen werden, deren Würde mit Füßen getreten wird; für alle, die totgeschwiegen werden und alle, die für andere sterben mussten: Lass sie erfahren, wie wertvoll sie in deinen Augen sind . . .

 

Für alle, die tieftraurig sind über den Verlust eines lieben Menschen; für alle, deren Freundschaft oder Partnerschaft zerbrochen ist: Öffne verschlossene Türen der Trauer und Resignation; wecke neu ihre Lebensgeister und lass sie neue und tiefe Freude erfahren . . .

 

Für deine Kirche, die in Wort und Tat Zeugin des unergründbaren Ostergeheimnisses sein soll: Lass sie begreifen, dass Ostern Neues begründet: Leben und Liebe über alle Grenzen hinweg . . .

 

Für alle, die heute unter der Macht des Todes leiden: Kranke und Behinderte, Vereinsamte und Gequälte, so wie alle an oder durch Corona Leidende: Stelle ihnen Menschen an die Seite, die mit ihnen gegen die Mächte des Todes kämpfen . . .

 

Für unsere Verstorbenen, deren Leben nicht verloren ist, sondern gerettet wird: . . . Lass an ihnen wahr werden, was wir zu Ostern feiern. Lass sie dich von Angesicht zu Angesicht schauen . . .

 

Heiliger Gott, du rufst Jesus in das unzerstörbare Leben. Auch uns wirst du dahin rufen. Vollbringe in uns das Wunder der Wandlung zu Menschen der Auferstehung. Darum beten wir nun mit Jesu Worten:

 

Vater unser: Vater unser . . .

Denn dein ist das Reich . . .

 

Gabenber.:    GL 470, 1.5 "Wenn das Brot, das wir teilen …"

 

Gabengebet:
Lebendiger Gott, du gönnst uns das Leben, du nährst uns mit deiner Kraft. Am Ostertag, dem Morgen der neuen Schöpfung, halten wir dir Brot und Wein entgegen. Gib, dass dein auferweckter Sohn uns unter diesen Zeichen das Leben bringe, das nie vergehen wird. Wandle in dieser Stunde auch all unsere Traurigkeit in Freude für heute und alle Tage unseres Lebens – Amen.

 

Lobpreis:
Gott der Lebenden, das Brot, das wir teilen, ist Zeichen des Friedens, Licht in der Dunkelheit, Auferstehung im Leben. In diesem Brot ist dein Sohn uns dienend nahe. Er hat die Macht der Sünde besiegt und den Tod entmachtet.

Herr, schenke uns Licht und gib uns Freude.

 

Gott der Lebenden, was uns für das Leben stärkt, lässt uns die Stürme des Lebens bestehen und gibt uns Anteil an der Auferstehung Jesu.

Herr, schenke uns Licht und gib uns Freude.

 

Gott des Lebens, wir danken dir für deinen Gesalbten, für seine Hingabe in Leiden und Tod. Du hast ihn nicht in der Nacht des Todes gelassen, du riefst ihn für immer ins Leben bei dir zurück.

Herr, schenke uns Licht und gib uns Freude.

 

Gott der Lebenden, wir wollen werden wie er: Menschen des Lichts, trotzig und voller Leben. Lass uns von deiner Liebe künden und sie üben; bewahre uns vor allem, was uns ruinieren kann.

 Herr, schenke uns Licht und gib uns Freude.

 

Communio: Lebendiger Gott, wir glauben daran: dein Geist ist auch heute unter uns gegenwärtig. SIE wandelt für uns Brot und Wein, damit sich darin Jesus mit uns neu verbindet als Quelle des Lebens.

 

Worte: Bitte nehmen Sie das Brot in die Hand und sprechen, wobei Sie ein Kreuz über das Brot zeichnen:

 

Wir nehmen und essen das Brot + es ist Jesu Leib für uns.

 

Communio: Alle essen das gesegnete Brot im Gedenken an Jesus und der Gewissheit all seiner Verbundenheit in Liebe zu uns.

 

Worte:  Bitte nehmen Sie den Schluck Wein in die Hand und sprechen, wobei Sie ein Kreuz über den Wein zeichnen:

 

Wir nehmen und trinken den Wein, er ist für uns Jesu Blut, das Blut des Bundes, + das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

 

Communio: Alle trinken den gesegneten Wein im Gedenken an Jesus und der Gewissheit all seiner Verbundenheit in Liebe zu uns.

 

Danklied: GL 337, 1.2.4.5 "Freu dich, erlöste Christenheit …"

 

Schlussgebet:
Herr, du bist ein Gott der Lebenden, nicht der Toten. Unsere Welt wartet auf rettende Auswege, auf liebevolle Zuwendung und helfende Begegnungen, auf Zeugen der Hoffnung. Erwecke neu in uns den Glauben an deine rettende Nähe. Lass es Ostern werden in uns und unter uns, heute und alle Tage unseres Lebens – Amen.

 

Vermeldung:
Ich danke Ihnen allen für Ihr Mitbeten und wünsche Ihnen ein frohes, erfüllendes und gesegnetes Osterfest. Ich danke auch denen, die wieder im Hintergrund für eine geöffnete und ansprechende Kirche sorgen.

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Osterspeisen:  Segnen Sie Ihre Osterspeisen, wenn es Ihnen in der Kirche nicht möglich war.

 Unsere Gottesdienstgemeinschaft ist nicht alles. Auch zu Hause sollen wir Gemeinschaft pflegen. Die gesegneten Osterspeisen verlangen nach Gemeinschaft in Frieden. Essen wir sie mit Freunden oder in der Familie.

 

Segensgebet:
Jesus Christus, in den Jahren nach deiner Auferstehung fanden sich die Christen in ihren Häusern zusammen, brachen das Brot und aßen miteinander voll Freude und Vertrauen. Auch wir wollen uns zusammen tun und in der Freude deiner Auferstehung miteinander in unseren Häusern essen.

Segne + dieses Brot, das Salz, die Eier und alles, was wir mitgebracht haben. Ganz besonders bitten wir dich um deine Gegenwart. Komm in unsere Mitte, damit wir in deinem Geist und in deiner Liebe miteinander essen und feiern. Nach dieser Zeit lass uns mit dir auferstehen; hole uns zu deinem ewigen Ostermahl – Amen.

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Segen:
Auferstehung ist Leben.

Leben ist stärker als der Tod,

stärker als jede Trennung,

stärker als jede Not,

stärker als jedes Unglück,

stärker als jede Traurigkeit,

stärker als jede Einsamkeit.

Leben ist Auferstehung.

 

Darum seid gesegnet mit einem Gefühl, das über den Tod ins Leben spüren kann.

 

Seid gesegnet mit einer Haltung, die in der Schuld die Vergebung erkennen kann.

 

Seid gesegnet mit einer Zuversicht, die in der Trennung die Einheit verwirklicht.

 

Seid gesegnet mit einer Zärtlichkeit, die durch Verwundungen hindurch Heil und Heilung schenkt.

 

Seid gesegnet mit Leben und Liebe, mit Freude und Glück, mit Heil und Heilung.

 

Das gewähre euch der gute und Leben spendende Gott, der Vater+durch den Sohn im Hl. Geist – .

 

Gehet hin und erfüllt seinen Segen mit Leben,

Halleluja, halleluja . . .

 

Schlusslied:   GL 525, 1 – 4 "Freu dich, du Himmelskönigin …"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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