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Christi Himmelfahrt A – 2020         21.Mai 2020

 

Hinweis:
Schön, dass Sie alle gekommen sind und wir so wieder als Gemeinde feiern können.
Inzwischen kennen Sie die notwendigen Regeln. Wichtig ist:

am Eingang die Hände desinfizieren,

nur an den markierten Plätzen Platz zu nehmen,

und immer den notwendigen Abstand wahren,

Mund – Nase – Schutz tragen,

das eigene Gesangbuch mitbringen sowie

das eigene Brotstück in einem Behältnis.

Niemand darf sich in der Bank am anderen vorbeidrängen. Solange wir hier im Schiff Plätze haben, bleibt die Empore geschlossen. Sie ist Reserve.

 

Hinweis: Für Lesung und Evangelium brauchen Sie eine Bibel. Darin finden Sie die Texte – dieses Mal alle beide im Neuen Testament.

 

Eingangslied:  GL 319 „Christ fuhr gen Himmel, was sandt …“

 

Einführung:
Christi Himmelfahrt – Jesus nimmt Abschied von seinen Jüngern und dieser Welt, ohne sie und uns als Waisen zurückzulassen. Abschiede haben ihre eigenen Gesetze. Erst im Weggehen erkennen wir oft, was wir der/dem zu verdanken haben, der/die von uns geht.

So ist es auch mit Jesus. ER will nicht nur in guter Erinnerung bleiben, sondern uns auch weiter begleiten – durch seinen Geist. Damit das gelingt, hat ER uns sein Mahl anvertraut als große Danksagung. Da verbindet ER sich immer neu mit uns im Brot und Wein.

Wir sind aufgerufen, aus dieser Kraftquelle zu leben und seine Botschaft zu verkünden. Denn wir sollen als seine Freunde mithelfen, dass diese Welt immer mehr und tiefer erfüllt wird von seine3r Gerechtigkeit, Solidarität und Liebe. Darum rufen wir zu IHM um sein Erbarmen:

 

Kyrie – Ruf: Jesus Christus, du bist nicht mehr im Grab zu finden, sondern als Lebender. Du bist anders als zuvor, aber dennoch unser Meister. Denn Du willst, dass wir nicht mehr Kinder sondern Söhne und Töchter Gottes sind . . .

Jesus, du entziehst dich unseren Blicken. Doch im Zeichen der Eucharistie bleibst du unter uns gegenwärtig. Du hinterlässt eine Lücke, doch wir sollen in deinem Namen Hirten sein füreinander . . .

Du sendest uns in die Welt, dazu hast du uns bereitet durch deine Botschaft. Du bleibst in unserer Mitte, damit dein Reich immer mehr aufleuchtet in dieser Welt . . .

 

Friedensgruß: Jesus Christus, eine Wolke entzog dich unseren Blicken – Zeichen deiner tiefen Einheit mit Gott. Doch Du versprichst uns die Kraft aus der Höhe, deinen Geist der Wahrheit und des Lebens. Sende uns diesen Geist bald und immer wieder neu.

Denn nur durch IHN können wir Wege deiner Gerechtigkeit und Solidarität gehen, können wir deine Liebe mit Leben erfüllen. Nur durch dich und deinen Geist kann unser Versagen und unsere Schuld getilgt und ein neuer Anfang gelingen:

 

Der Friede und die Liebe unseres Herrn sind allezeit mit euch . . .

 

Gloria:  GL 326, 4 „Es singt der ganze Erdenkreis …“

 

Tagesgebet:
Lebendiger Gott, du hast uns durch deinen Sohn Jesus gezeigt, was Leben sein kann und wie es uns zur Erfüllung führt.

Du hast die Macht, uns zu lieben und sehend zu machen, unsere Fehler freizulegen und unsere Sünde und Schuld zu vergeben; uns das Reich Gottes und sein Heil aufzuschließen, Worte in unser Herz zu senden und Taten in unsere Hände zu geben; uns Vertrauen zu schenken und in uns Hoffnung zu wecken, unseren Glauben wachsen zu lassen und deinen Geist in uns zu geben.

So verbindest du durch uns Himmel und Erde und damit uns Menschen mit Dir. Wir danken dir und bitten dich: Sei an unserer Seite. Sei bei uns alle Tage bis ans Ende der Zeiten – Amen.

 

Lesung:  Apostelgeschichte, Kapitel 1, Verse 1 – 11

 

Antwortgsg.:  GL 339, 1.2 „Ihr Christen hoch erfreuet euch, …“

 

Halleluja:  GL 723 „Halleluja, halleluja, halleluja …“ (V/A)

 

Evangelium:  Matthäusevangelium, Kapitel 28, Verse 16 – 20

 

Predigt:
Was einer ist, was einer war,

beim Scheiden wird es offenbar.

Wir hören’s nicht, wenn Gottes Weise summt,

wir schaudern erst, wenn sie verstummt.

 

Dieser Vierzeiler von Hans Carossa, Arzt und Lyriker, bringt es auf den Punkt: Erst im Nachhinein wird uns meist klar, was wir an jemandem hatten. Das gilt nicht nur untereinander, sondern ebenso mit Jesus Christus und Gott. Erst hinterher geht uns ein Licht auf, dass uns eine göttliche Kraft gestärkt, begleitet, getröstet oder begeistert hat.

Christi Himmelfahrt ist ein Abschiedsfest: Jesus ist nicht mehr leibhaftig unter den Jüngern, sondern anders gegenwärtig. Langsam beginnen die Jünger zu begreifen, was sie an Jesus hatten und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet. Drei Punkte sind dabei wichtig:

 

Jesus war ein Visionär und Mystiker. Thema war für Jesus vor allem das Reich Gottes. ER hatte die Vision einer neuen Welt, von der ER in spannenden Geschichten und Gleichnissen erzählte. Jesus lebte für und auf eine Welt hin, . . .

in der jeder Mensch Wertschätzung erfährt und spürt, dass er / sie wertvoll und akzeptiert ist;

in der niemand auf Kosten anderer lebt, weil einer für den anderen solidarisch einsteht;

in der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit die Oberhand behalten, weil aufeinander Verlass ist und einander vertrauen kann;

in der nicht Gewalt und Unterdrückung herrschen, sondern sich die Menschen auf Augenhöhe begegnen;

in der der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern alle Leben in Fülle über den Tod hinaus erwarten dürfen.

Eine solche Welt hatte Jesus immer vor Augen, von einer solchen Welt hat er gesprochen und für sie unermüdlich geworben. Das erkennen die Jünger nun deutlich im Rückblick auf ihre Zeit der Wanderschaft mit Jesus. „Was einer ist, was einer war – beim Scheiden wird es offenbar.“

 

Jesus war aber auch ein Meister des Lebens, der wusste, wovon er sprach. ER beherrschte die Kunst, auch in widrigen Umständen einen Weg zu finden, auf dem das Leben seinen Sinn behielt und Erfüllung fand. ER ging auf die Menschen individuell ein, gab ihnen eine neue Perspektive und zeigte auf, wie sie seiner Vision des Reiches Gottes Schritt für Schritt näher kommen konnten.

„Lehrt die Leute, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ – darin erkannten die Jünger den Auftrag Jesu, die Menschen mit seiner Sicht des Lebens vertraut zu machen. Jesus ein Meister des Lebens, ein Lehrer des Lebenssinnes, . . .

weil ER die vielen Ge– und Verbote des jüdischen Gesetzes in kurzen Worten zusammenfasste: „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst“;

weil ER eine wichtige Entscheidungshilfe geben konnte mit seiner „Goldenen Regel“: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen“;

weil ER uns die engagierte Gelassenheit lehrt – eine Grundhaltung, in der sich Einsatz und Aktivität mit Ruhe und dem Wissen verbinden, dass wir nicht alles selbst leisten können und müssen;

weil ER uns zur Freiheit in (Eigen–)Verantwortung ermutigt – zum gewaltlosen Widerstand gegen alles, was uns knechtet und unmündig machen will.

 

„Was einer ist, was einer war – beim Scheiden wird es offenbar.“ Für die Jünger wird noch ein Drittes deutlich: Jesus war im positiven Sinne ein Missionar. ER konnte mitreißen und motivieren, ER konnte viele für die gute Sache begeistern: „Geht zu allen Menschen und gewinnt sie als meine Jünger / Freunde.“ Jesus ist Missionar, . . .

dem es gelingt, andere für seine Vision von der neuen Welt Gottes zu gewinnen, ohne Druck, denn er lässt jedem die eigene Freiheit zur Entscheidung;

der Menschen als seine Freunde gewinnt, weil diese in sich die Sehnsucht nach Jesu Vision von der neuen Welt Gottes entdecken und dabei mitarbeiten wollen, dass diese kommt;

der seine Freunde mit Hoffnung erfüllt: Die Verhältnisse müssen nicht so bleiben, wie sie sind – wir alle können mithelfen, dass sich etwas ändert in Richtung einer größeren Gerechtigkeit und Solidarität;

der bis heute nachwirkt und Menschen findet, oder wie es theologisch heißt: beruft, damit sie in seinem Namen seinen Weg fortführen und Reich Gottes aufleuchten lassen.

 

Was einer ist, was einer war,

beim Scheiden wird es offenbar.

Wir hören’s nicht, wenn Gottes Weise summt,

wir schaudern erst, wenn sie verstummt.

 

 

Visionär und Mystiker, Meister des Lebens und Missionar im positiven Sinne – so hat Jesus einen bleibenden Eindruck bei seinen Jüngern und Freunden hinterlassen – bis heute. Und bis heute spüren viele Menschen, dass in diesem Jesus eine göttliche Kraft am Werk war und ist.

Spüren wir es auch, dass Jesus Gottes Weise, Gottes Melodie in die Welt eingespielt hat? Lassen wir sie weiter erklingen? –

die Vision von Gottes neuer Welt, von seinem Reich und schreiben wir seine Geschichten weiter hinein in unsere Zeit?

die Grundregeln seiner Lebenskunst, indem wir danach leben und so vielen Orientierung sein können?

indem wir uns als Gemeinde Jesu zeigen und mit unserem Leben darauf achten, dass seine Stimme nicht verstummt?

 

Wenn wir diese Fragen mit JA beantworten können oder dies zumindest immer neu versuchen, dann bleibt Christi Himmelfahrt kein Abschiedsfest, sondern wird zur Feier eines Neuanfangs. Und wir alle sind es, die sich von Jesus berufen wissen, seine und damit Gottes Melodie weiter in diese Welt zu tragen.

Amen.

 

Credolied:  GL 339, 4.5 „Er ward gehorsam bis zum Tod, …“

 

Fürbitten:
Guter Gott, deinem Willen entsprechend hat dein Sohn Jesus seine irdische Aufgabe erfüllt. In die Fortführung deines Willens hat er uns eingebunden. Darum bitten wir dich:

 

Über deine Botschaft von Gott, der Leben schafft und schenkt, sprechen wir viel zu wenig: Befreie uns von falscher Vorsicht und Angst . . .

 

Die gegenwärtige Coronakrise gibt uns die Chance, anders mit deiner Schöpfung umzugehen: Hilf uns, dass wir uns mehr darauf besinnen, dass in der Natur alles mit allem zusammenhängt, und wir deine Schöpfung aktiv bewahren müssen . . .

 

Viele Menschen sehnen sich nach Gesprächspartnern, die ihnen Herz und Augen für dich, Gott, öffnen: Führe uns zu den Menschen, die in unseren Worten deine Stimme hören wollen . . .

 

Jedes Jahr scheint neue Rekorde in Hitze, Trockenheit und Aussterben von Arten zu bringen: Lass uns umkehren zu einem neuen Wirtschaften, neuem Denken und Leben in Einheit mit der Natur . . .

 

Die Kirche deines Sohnes ist oft zu menschlich im schlechten Sinn des Wortes: Ermutige uns alle zu Ehrlichkeit, Transparenz, Einsicht und tiefer Reue. Lass uns umkehren, um glaubwürdig nach deiner Botschaft zu leben . . .

 

Leben folgt keinem Automatismus. Wir müssen unseren Beitrag leisten. Vor allem eine gute Ernte ist nicht selbstverständlich: Wir danken dir für alles, was uns nährt und bitten: Lass deinen Segen wieder sichtbar werden in einer guten Ernte . . .

 

Wie einige Jünger zweifeln auch wir manchmal an deiner Auferstehung und dem ewigen Leben für unsere Verstorbenen: . . . Öffne uns Herzen und Verstand für deine Liebe zu uns und lass unsere Verstorbenen bei dir das ewige Leben kosten . . .

 

Barmherziger Gott, erhöre unsere Bitten und begleite uns, damit wir dein Reich unter uns aufleuchten lassen. Darum beten wir mit Jesus:

 

Vater unser:  Vater unser . . .

Denn dein ist das Reich . . .

 

Hinweis: Bereiten wir nun unseren Platz für das Mahl Jesu. Stellen Sie ihr Brot und den Wein auf den Tisch und fahren Sie weiter in der Feier.

 

Gabenber.:  GL 186, 1.2 „Was uns die Erde Gutes spendet …“

 

Gabengebet: 
Herr Jesus Christus, aus tiefem Herzen danken wir dir. Du bist an unserer Seite und du kennst unser tägliches Mühen. Du weißt, was uns gelingt oder manchmal auch misslingt. Gerade darum lädst du uns ein zu deinem Mahl mit Brot und Wein. Wir haben alles bereitet. Wandle unsere Gaben und durch sie auch uns, damit wir deine Gemeinde werden und deine Zeugen in dieser Welt, heute und alle Tage unseres Lebens – Amen.

 

Lobpreis:
Guter Gott, wir danken dir für das Brot, in dem wir deinem Sohn Jesus begegnen dürfen. Er, der uns den Himmel geöffnet hat, er bleibt uns nahe. Wir dürfen ihn erkennen in jedem Mitmenschen. Er lebt da, wo Verbundenheit, Vertrauen und Freundschaft herrschen, wo wir Versöhnung und Frieden stiften.

 

Nach seinem Vorbild wollen wir leben. Denn wir glauben, dass alles Leben behütet ist in dir und alle, die uns voran gegangen sind, im Tode von dir gekannt und geliebt bleiben. Du bist unseren Verstorbenen Friede und Erfüllung, bewahre sie in deiner Ewigkeit. So singen wir dir zum Lobe:

 

Sanctus:  GL 408 „Lobet und preiset ihr Völker den …“ (2x)

 

Tischgebet:
Stärke nun uns in der Verbundenheit mit deinem Sohn, damit wir seinen Weg der Gerechtigkeit und Liebe weiter führen in allem Tun und Reden. Stärke auch deine Kirche, damit sie deinem Evangelium Zukunft gibt und weiter baut an einer Welt der Verständigung, der Gerechtigkeit und des Friedens.

 

So bitten wir vor allem für alle, die Verantwortung tragen in deiner Kirche: Laien und Priester, Bischöfe und Papst. Sende auf sie deinen Hl. Geist der Wahrheit und des Mutes.

 

Hinweis:  Machen Sie beim folgenden Gebet über Brot und Wein das Kreuzzeichen, wo dieses im Text steht.

 

Communio: Lebendiger Gott, wir glauben daran: dein Geist ist auch heute unter uns gegenwärtig. SIE ist dein Segen +, der für uns Brot und Wein wandelt, damit sich darin Jesus mit uns und wir mit ihm neu verbinden als Quelle und Kraft des Lebens.

 

Worte: Bitte nehmen Sie das Brot in die Hand und sprechen, wobei Sie wieder ein Kreuz über das Brot zeichnen:

 

Wir nehmen und essen das Brot:Es ist für uns Jesu Leib, + der für uns hingegeben wurde. Wir tun es zu seinem Gedächtnis.

 

Communio: Essen Sie nun das gesegnete Brot im Gedenken an Jesus und der Gewissheit all seiner Verbundenheit in Liebe zu uns.

 

Worte: Bitte nehmen Sie den Schluck Wein in die Hand und sprechen, wobei Sie ein Kreuz über den Wein zeichnen:

 

Wir nehmen und trinken den Wein: Er ist für uns Jesu Blut, + der Neue Bund in seinem Blut, das für uns vergossen wurde zur Vergebung der Sünden.

 

Communio: Trinken Sie den gesegneten Wein im Gedenken an Jesus und der Gewissheit all seiner Verbundenheit in Liebe zu uns.

 

Danklied: GL 409, 1.3 „Singt dem Herrn ein neues …“

 

Schlussgebet:
Treuer Gott, wir danken dir für diese Feier in deinem Namen. Wir haben darin die Heimkehr deines Sohnes gefeiert und wissen: auch wir werden einst heimkehren zu dir, wenn du uns rufst. Dann wird unser Leben vollendet werden. Doch bis dahin wollen wir unseren Auftrag erfüllen: deine Botschaft zu verkünden und deine Liebe und Gerechtigkeit aufleuchten lassen durch unser Tun und Handeln, heute und jeden Tag neu – Amen.

 

Vermeldung: ? ? ?

 

Segen:  Siehe Messbuch – Wettersegen“!

 

Schlusslied: GL 876, 1.3 „Maria, Maienkönigin, dich will …“

 

 

 

 

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