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Gottesdienst 6. So Osterzeit A – 2020    17. Mai 2020

 

Hinweis: '
Schön, dass Sie alle gekommen sind und wir so wieder als Gemeinde feiern können. Inzwischen kennen Sie die notwendigen Regeln. Wichtig ist:

am Eingang die Hände desinfizieren,

nur an den markierten Plätzen Platz zu nehmen,

und immer den notwendigen Abstand wahren,

das eigene Gesangbuch mitbringen sowie

das eigene Brotstück in einem Behältnis.

Niemand darf sich in der Bank am anderen vorbeidrängen. Solange wir hier im Schiff Plätze haben, bleibt die Empore geschlossen. Sie ist Reserve.

 

Hinweis:
Für Lesung und Evangelium brauchen Sie eine Bibel. Darin finden Sie die Texte – dieses Mal alle beide im Neuen Testament.

 

Eingangslied: GL 828, 1.3 „Liebe ist nicht nur ein Wort, …“

 

Einführung:
Ostern – auch wenn es nun wieder in den Hintergrund tritt – bleibt für uns immer aktuell. Trotzdem führt uns die Kirche nun zu dem, was uns Jesus mit auf den Weg gegeben hat: seinen Geist als Begleiter.

Jesus erinnert uns in seinen Abschiedsreden daran, dass alles Leben auf dem Gesetz der Liebe zu Gott und den Mitmenschen beruht. Die Liebe, wie sie Jesus gelebt und verkündet, umfasst alles.

Monika Dittmann, eine bekannte Seelsorgerin, sagt über die Liebe:

Liebe ist das, was wir jenen geben, die wir nicht lieben, nicht kennen, die nicht bei uns wohnen.

Liebe ist das, was wir auf uns nehmen für Fremde, Gescheiterte, Randständige und zum Schutz unserer Mitmenschen in Pandemiezeiten.

Liebe ist das, was wir nicht für uns selbst verlangen, sondern für den Nächsten.

Liebe ist, wenn wir nicht zuerst daran denken, was wir entbehren müssten, wenn wir nicht zuerst befürchten, dass uns etwas abgeht, wenn wir nicht zuerst selber satt und zufrieden sind.

Liebe – das ist die Hingabe, damit andere leben können, ist Seine Gabe an uns, wird Nachfolge Jesu, ist Auftrag Jesu an dich und mich.“

 

So wenden wir uns an Jesus und rufen um sein Erbarmen für uns:

 

Kyrie – Ruf:
Herr Jesus, wer an dich glaubt, wird die Werke vollbringen, die du vollbracht hast – Werke der Liebe . . .

 

Jesus Christus, wer dich erkannt hat, erkennt auch Gott, den Ursprung und Schöpfer . . .

 

Jesus, wer sich an dir orientiert, erfährt deinen Beistand – den Geist der Wahrheit und des Lebens . .

 

Friedensgruß:
Herr Jesus Christus, du hast uns den Weg der Liebe gewiesen, denn deine Liebe steht über allem, sie umfasst alles. Wer in deiner Liebe bleibt, der findet ins Leben. Leider vergessen wir manchmal auf dich und gehen Wege, die uns nicht gut tun. Wir verletzen einander und werden schuldig.

Doch Du vergibst uns und befreist uns zu einem Neuanfang mit Dir und untereinander. So können wir deinen Frieden erfahren im Herzen und deine Gerechtigkeit neu üben:

 

Der Friede und die Gerechtigkeit unseres Herrn sind allezeit mit euch . . .

 

Gloria:  GL 775, 5.6 „Die Osterfreude, Herr, lass rein …“

 

Tagesgebet:
Gott der Liebe, durch deinen Sohn und unseren Bruder Jesus haben wir erfahren, was Liebe alles vermag. Liebe verbindet und macht Mut. Sogar im Tode lässt den Menschen nicht fallen, sondern führt zur Auferstehung. Liebe ist jene Kraft, die stärker ist als der Tod.

Erfülle uns mit solcher Liebe und berühre uns im Herzen, damit wir frei werden, deinem Geist zu folgen und immer mehr Werke der Liebe zu vollbringen. So wollen wir einander beistehen und Mut zum Leben schöpfen, heute und alle Tage bis in deine Ewigkeit – Amen.

 

Lesung:  Apostelgeschichte Kapitel 8, Verse 5 – 8 und 14 – 17

 

Antwortgsg.:  GL 781, 1 „Komm, o Geist der Heiligkeit, …“

 

Halleluja:  GL 174, 7 „Halleluja, …“ mit Vers (V/A)

 

Evangelium:  Johannesevangelium Kapitel 14, Verse 15 – 21

 

Predigt:
Sie erinnern sich? Letzten Sonntag hörten wir von der Wahl der Diakone, die den Dienst an den Armen und Witwen übernehmen sollten, während die Apostel weiter den Dienst am Wort für sich reservierten. Also Diakone für die Liebe und Solidarität untereinander oder einfach für die neue Gerechtigkeit Jesu, und die Apostel für die Verkündigung.

Philippus war einer dieser Diakone. Und welchen Dienst übt er aus? Er beginnt mit der Verkündigung der Botschaft Jesu und das sehr erfolgreich. Die Menschen hören ihm zu und achten auf seine Worte, d.h. sie versuchen danach zu leben. Darin werden sie bestärkt durch die Wunder, die Philippus wirkt: Befreiung von Dämonen, Heilung Lahmer und Krüppel – Kein Wunder, dass große Freude aufkommt.

 

Was uns die Apg da überliefert, klingt wie die Erfüllung von Jesu Wort, das wir ebenfalls letzten Sonntag gehört haben: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen.“ Die neuen Diakone beschränken sich nicht auf ihr Aufgabenfeld, sondern tun dasselbe wie die Apostel – sie verkünden die Botschaft Jesu.

Und die Apostel lassen es geschehen, sie freuen sich mit. Petrus und Johannes kommen eigens, um für die Gemeinde zu beten um die Gabe des Geistes Gottes. Unter Handauflegung kommt auf alle der Hl. Geist herab. Damit erfährt die Taufe der Samaritaner ihre Vollendung durch das, was wir heute Firmung nennen.

 

Von Anfang an lassen sich die Aufgabengebiete nicht sauber trennen. Diakonie, der Dienst der Liebe und Gerechtigkeit, die Solidarität mit einschließt, lässt sich nicht vom Dienst der Verkündigung trennen. Das Erstaunliche dabei ist, dass niemand Angst um die eigene Zuständigkeit entwickelt, kein Konkurrenzdenken aufkommt oder sonst etwas Ähnliches. Vielmehr greifen der Dienst der Diakone und der Apostel Hand in Hand, sie begegnen sich auf Augenhöhe und können sich gemeinsam über das Erreichte freuen.

So muss christliche Verkündigung verstanden und ausgeübt werden – auf Augenhöhe mit den Leuten und ebenso untereinander über alle Dienstzuständigkeiten hinweg. Hier ist noch nichts erkennbar von einer hierarchischen Struktur, die Jesus ja sicher nicht wollte. Wir müssen uns immer neu auf Jesus besinnen, um immer neu Wege der Gerechtigkeit und Solidarität zu finden.

 

Das Entscheidende dabei bleibt die Liebe. Sie steht über allem und sie umfasst alles – selbst das Gesetz und alle Propheten. Jesus sagt sogar: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten . . . und der Vater wird euch einen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.“ Wer liebt – im Sinne Jesu – wird die Gebote halten.

Was versteht Jesu unter seinem Gebot? ER hat es immer wieder gesagt: Dies ist mein Gebot: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Oder an anderer Stelle: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und mit all deiner Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst. An diesem Gebot hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.“

 

Für Jesus ist die Liebe das A und O des Lebens. Darum brauchen wir den Beistand, der uns erinnert und uns in diese Wahrheit immer neu einführt. Dieser Geist der Wahrheit ist für eine Welt, in der es so viel oben und unten gibt, so viel Herrschaft und Egoismus, solche tiefen Gräben zwischen arm und reich, so viel Streben nach immer höheren Gewinnen, usw. . . . – eine solche Welt kann diesen Geist nicht empfangen. Denn sie ist blind dafür. Macht und Gier fressen eben Hirn.

Jesus sagt: Eine solche Welt sieht und kennt diesen Geist nicht. Allerdings gilt dasselbe auch für eine Kirche, solange und wo sie auf Macht und Hierarchie setzt, eben nicht auf Augenhöhe mit allen Gläubigen agiert.

Wo aber Jesu Liebe und Gerechtigkeit zu leben versucht wird, da ist sein Geist und bleibt in uns. Denn Jesus will uns nicht als Waisen zurücklassen, ER lässt uns nie im Stich. Sein Geist ruft uns immer wieder all das in Erinnerung, was ER uns aufgetragen und vorgelebt hat. Wir können und müssen es immer neu ins Heute übertragen.

 

Doch ein Missverständnis scheint es immer wieder zu geben: dieser Geist Jesu regnet nicht einfach auf uns herab. Jesus ist ja der Weg, der in Wahrheit ins Leben führt. Jesus sagt nicht: Ich bin der Standpunkt . . ., sondern „ich bin der Weg.“ Da steckt viel Dynamik drin. Nur im Gehen des Weges wird sich uns dieser Geist erschließen.

Unser Glaube ist eben kein sanftes Ruhekissen, keine Kuschelecke im Leben, sondern eine Lebenseinstellung, die sich in Taten zeigen soll, Taten der Liebe und Gerechtigkeit, in Solidarität mit allen Menschen. Ein hoher Anspruch – aber einer, der unser Leben zur Erfüllung bringt, der uns Momente des Glücks verheißt und zum Frieden führt. Darum halten wir uns an Jesus und bleiben offen für seinen Geist.

Amen.

 

Credolied:  GL 477, 3 „Neu schafft des Geistes Wehen …“

 

Fürbitten: 
Herr Jesus Christus, du hast uns versprochen, uns nicht als Waisen zurückzulassen. Wir hoffen auf deinen Geist, den du uns verheißen hast. Darum bitten wir dich:

 

Wir beten für alle, die ihren Lebensmut verloren haben, die keine Hilfe erfahren oder sich aufgegeben haben: Lass sie Menschen begegnen, die für sie ein offenes Ohr haben und ihnen eine neue Perspektive geben können . . .

 

Wir beten für alle, die um ihren Glauben ringen, die nach der Wahrheit suchen, die neue Wege im Glauben gehen wollen: Ermutige und erfülle sie mit deinem Geist des Lebens . . .

 

Wir beten für alle, die Ungerechtigkeit erfahren, die unter Lieblosigkeit leiden oder sich als Opfer erleben: Stärke sie und uns in allem Engagement für Gerechtigkeit und Frieden . . .

 

Wir beten für alle, die das große Wort führen, die mit ihren Botschaften manipulieren und die Wahrheit verdunkeln: Hilf uns, nicht auf solche Menschen hereinzufallen und befreie uns zu klaren Worten, damit wir glaubwürdig bleiben . . .

 

Wir beten für alle, die Liebe zu leben versuchen, die das Wagnis des Vertrauens eingehen und Vorurteile ablegen: Lass uns immer mehr zu Menschen deiner Liebe werden und deinem Wort vertrauen . . .

 

Wir beten für unsere Verstorbenen und alle, die uns am Herzen liegen, auch über den Tod hinaus: . . . Lass sie alle in deiner Liebe geborgen sein und die Fülle des Lebens kosten in deinem Reich . . .

 

Gott, du bist ein Gott der Lebenden und nicht der Toten. Darum wollen wir auch dem Leben dienen und können es nur mit deiner Hilfe. Darum beten wir mit deinem Sohne:

 

Vater unser:   Vater unser . . .

Denn dein ist das Reich . . .

 

Hinweis: Bereiten wir nun unseren Platz für das Mahl Jesu. Stellen Sie ihr Brot und den Wein auf den Tisch und fahren Sie weiter in der Feier.

 

Gabenber.:  GL 185, 1.2 „Du hast, o Herr, dein Leben, …“

 

Gabengebet: 
Herr Jesus Christus, unsere Hoffnung ist es, dass dein Geist uns immer tiefer in deine Wahrheit führt und in der Liebe stärkt. Darum haben wir Brot und Wein bereitet, Zeichen der Verbundenheit mit Dir. Wandle uns durch diese Gaben, damit wir immer mehr deine Wege gehen und Zeichen der Liebe setzen, heute und alle Tage unseres Lebens – Amen.

 

Lobpreis:
Guter Gott, der du dich in Menschen erkennen lässt in ihrer Liebe zueinander. Aus Liebe sind wir geboren, und damit aus dir, denn du bist Liebe.

 

Gesegnet bist du, Gott, der du für uns sichtbar wurdest in einem Menschen, deinem einzigen Sohn. Seine Lebensbotschaft ist deine Botschaft für uns.

 

Gesegnet bist du, Gott. Auf dein Wort hin ist Jesus Christus auferstanden, und du wirst auch uns zur Auferstehung rufen.

 

Gesegnet bist du, Gott. Wir wissen uns bei dir geborgen, weil wir glauben, dass du barmherzig bist. Von Anfang an hast du uns geliebt.

 

Im Hinblick auf Pfingsten vertrauen wir darauf, dass du auch uns mit deinem Geist erfüllen wirst.

 

Versammelt um deinem Sohn Jesus Christus bitten wir, dass unser Leben Frucht trage und dass wir an deiner Herrlichkeit teilhaben. Darum singen wir mit allen, die an dich glauben, zu deiner Ehre: . . .

 

Sanctus:  GL 196 „Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott der …“

 

Tischgebet:
Gott, der du Liebe und Frieden bist, ohne dich wären wir verwirrt und getrieben. Oft würde sich die Lüge in unseren Herzen breit machen und Selbstbetrug den Platz der Besinnung einnehmen.

 

Dein Geist der Wahrheit ist mit uns.

 

Um des Wortes Jesu willen sind wir zusammen, in dem er uns den Geist der Wahrheit verheißen hat als Trost bei seinem Heimgang zu dir. Was wären wir, wenn uns seine Begeisterung fehlte?

 

Dein Geist der Wahrheit sei mit uns.

 

Lehre uns, wer dein Geist der Wahrheit ist. Lass uns zu uns selber finden und erfahren, dass wir Tempel deines Geistes sind. Lass uns einander lieben.

 

Dein Geist der Wahrheit sei mit uns.

 

Jesus Christus, der uns im Brot und Wein begegnen und mit uns eins werden will, er bereitet unser Herz, damit wir das Gleiche tun wie er zu seinem Gedächtnis.

 

Dein Geist der Wahrheit sei mit uns.

 

Hinweis: Machen Sie über Brot und Wein das Kreuzzeichen, wo dieses im Text steht.

 

Communio:  Lebendiger Gott, wir glauben daran: dein Geist ist auch heute unter uns gegenwärtig. SIE ist dein Segen +, der für uns Brot und Wein wandelt, damit sich darin Jesus mit uns und wir mit ihm neu verbinden als Quelle und Kraft des Lebens.

 

Worte: Bitte nehmen Sie das Brot in die Hand und sprechen, wobei Sie ein Kreuz über das Brot zeichnen:

 

Wir nehmen und essen das Brot:Es ist für uns Jesu Leib, + der für uns hingegeben wurde. Wir tun es zu seinem Gedächtnis.

 

Communio: Alle essen das gesegnete Brot im Gedenken an Jesus und der Gewissheit all seiner Verbundenheit in Liebe zu uns.

 

Worte: Bitte nehmen Sie den Schluck Wein in die Hand und sprechen, wobei Sie ein Kreuz über den Wein zeichnen:

 

Wir nehmen und trinken den Wein: Er ist für uns Jesu Blut, + der Neue Bund in seinem Blut, das für uns vergossen wurde zur Vergebung der Sünden.

 

Communio: Alle trinken den gesegneten Wein im Gedenken an Jesus und der Gewissheit all seiner Verbundenheit in Liebe zu uns.

 

Danklied: GL 403, 1.3 „Nun danket all und bringet Ehr …“

 

Schlussgebet:
Lebendiger Gott, wir danken dir, dass wir bei Dir sein durften und Du uns gestärkt hast mit deinem Wort und Sakrament. Dein Geist wird uns begleiten und in alle Wahrheit führen, die uns ins Leben ruft, hier in dieser Welt und einst bei Dir in deinem Reich. Lass deinen Segen auf uns kommen, damit auch wir zum Segen werden für viele und deine Liebe durch uns aufleuchtet heute und jeden Tag neu – Amen.

 

Vermeldung: Sie haben es wahrscheinlich alle mitbekommen, dass mein Nachfolger ernannt ist und auch schon einmal hier war. Er macht auf mich einen guten Eindruck, so dass ich zuversichtlich bin: mit Michael Schmitt kann es gut weitergehen.

Familien mit Kindern können für ihre Kinder auch Brotstückchen mitbringen in einem eigenen Behältnis. Wir werden dieses Brot eigens vor der Kommunion segnen. Damit erfahren die Kinder auch: wir gehören dazu und sind mit Jesus verbunden.

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Segen:
Segen aus der Hand Gottes, unseres Vaters und unsere Mutter, erfülle unsere Häuser und Familien.

 

Heilsamer Segen aus der Hand Jesu, unseres Bruders und Freundes, löse unsere Schwächen und unser Versagen.

 

Kraftvoller Segen aus der Hand des Gottesgeistes, unseres Beistands und Trösters, durchdringe unsere Gemeinschaft.

 

So komme sein Segen über uns mit seiner schöpferischen Kraft.

 

Sein Segen begleite uns mit seiner größeren Gerechtigkeit.

 

Sein Segen erfülle uns mit seiner neuen Lebendigkeit.

 

Das gewähre uns der Vater + durch den Sohn im Hl. Geist – Amen.

 

Gehet hin und erfüllt seinen Segen mit Leben,

halleluja, halleluja . . .

 

Schlusslied: GL 521, 1.5 „Maria, dich lieben, ist allzeit …“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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