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Wir erleben in unseren Tagen der Kirche, dass sich viele überkommene Strukturen und Gewohnheiten ändern. Nicht neu - schon immer hat sich die Kirche mit ihren Ausdrucksformen verändert, um nahe bei den Menschen und deren Lebensgewohnheiten zu sein. Was können Einzelne oder Gruppen innerhalb der sich wandelnden Pfarreien und Gemeinden tun, um zeitgerecht Liturgie zu feiern? An die Beantwortung dieser Fragen unserer Zeit gingen wir mit unserem Referenten Bernhard Hopf beim Wochenende in Schmerlenbach kreativ heran.

Liturgie - was ist das eigentlich?
Wie können wir unsere Gottesdienste feiern und dabei spüren, dass Gott bei uns ist? Zu Beginn stellten wir unsere bisherigen Top-Liturgien zusammen - gottesdienstliche Feiern, die uns persönlich emotional am meisten berührt haben. Zu Top-Liturgien machten sie vor allem das Gemeinschaftserleben, Erfahrungen der gleichen Sehnsucht, Wahrnehmen von Räumen und Stimmungen, Musik, Farben und Gesprächen. Im Wahrnehmen und Analysieren stellten wir fest: Liturgie ist Gottesdienst an uns Menschen. So können wir die Versammlung der Gemeinde mit anderen Augen sehen und mit Freude ver-feiern.

Als symbolische Zeichen lagen in der gestalteten Mitte drei Holzbalken. Passend zur Lesung von der Probe des Abraham wurden diese zum Brandopferaltar aufgeschichtet, der wenig später zum Tor gewandelt wurde. Je nach Blickrichtung des Betrachters gewährte das Tor einerseits einen Blick in die Vergangenheit oder gab andererseits eine Aussicht auf die Zukunft frei. Jetzt und hier in der Gegenwart werden wir in Welt und Kirche manches Vergangene und Überholte zurück lassen müssen, um uns den Anforderungen der Zukunft neu zu stellen.
Denn so sieht es momentan aus: Die Kirchenbesucher werden immer weniger, Volkskirchliche Strukturen zerbrechen mehr und mehr. Veränderungen werden notwendig. Aber - was bleibt für die Gemeinden vor Ort, wenn Pfarreien in immer größere Räume oder Zentren eingegliedert werden? Was für viele beängstigend wirkt kann durchaus auch Chancen bieten. Dazu braucht es vor allen Dingen aufgeschlossene Menschen, die mitwirken, damit auch in kleineren Gruppen vor Ort Kirche gelingen und unser Leben vor Gott gefeiert werden kann.

Das Tor wandelte sich wieder und wurde zum Kreuz, dem Zeichen für Jesus in unserer Mitte.
Spürbar wurde: Liturgie ist da, wo der Mensch Gott trifft. Das muss kein Kirchenraum sein, denn unzählige andere Orte sind denkbar und sprechen auch Menschen an, die sonst nicht in die Kirche kommen. Wir sammelten Ideen für eine Liturgie der Zukunft. Da kam einiges zusammen und vielleicht wird das eine oder andere in nächster Zeit umgesetzt werden können.

Aber auch die Praxis kam nicht zu kurz. Vielle kreative Impuls und eine große Auswahl an Möglichkeiten halfen uns bei der Vorbereitung unseres Gruppen - Gottesdienstes.
Die Messe begann im Tagungsraum. Das Holz war wieder zum Tor geworden. Jeder und jede erhielt beim Hindurchschreiten die Botschaft: „Wandlung ist möglich“. Nach einleitenden Impulsen, Texten und Liedern zogen wir mit dem Tor ins Foyer des Tagungshauses. Zerlegt in seine Einzelteile gaben wir die Balken einander weiter mit Zusagen, wie z.B. „Jesus ist die Freude“, um letztendlich wieder ein Kreuz daraus zu bauen. Weiter ging der Weg zum Kreuzgang. Dort wurde das Evangelium von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor mit schauspielerischem Können anschaulich dargestellt. Anschließend führte uns unser Weg in die Kapelle des Hauses. Nach der Predigt bezeugten wir unseren Glauben beim Credo-Lied mit tatkräftiger Unterstützung zweier Solistinnen aus unserer Gruppe. Beim Gabengang brachten wir neben Brot und Wein Gegenstände nach vorne, die an diesem Wochenende für uns eine Rolle gespielt haben und holten alle anderen Teilnehmer zum Gabentanz um den Altar. Nach dem Hochgebet und der gemeinsamen Kommunion mit Brot und Wein wartete am Ende noch ein weiteres Highlight: Zum Segen bildeten wir alle mit unseren Armen ein Segensdach. Einzeln schritten wir hindurch und wurden gesegnet.

An diesen wunderschönen, berührenden Gottesdienst werden wir uns noch lange erinnern.
Vieles mehr gäbe es zu erzählen von dem, was wir an diesem Wochenende erfahren, erarbeitet, gesungen, getanzt und spielerisch dargestellt haben. Wir waren mit Freude dabei und genossen das Miteinander sowohl beim Erarbeiten des Themas als auch in der gemütlichen Kiliansbar am Abend. Ein großer Dank an unseren Referenten Bernhard Hopf, der uns so toll durch diese Tage begleitet und uns damit viel Mut für die Zukunft gemacht hat.          

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