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Eine Blumenzwiebel wird verwandelt - und was hat das mit EFFATA zu tun? – Effata-Tag 2018. Der Tag der Pfarreiengemeinschaft wurde in diesem Jahr im Partensteiner Jugendheim gefeiert. Dabei drehte sich alles um das Thema "Verwandlung"

Eine Blumenzwiebel liegt in einem Schuppen. Sie ist zufrieden und fühlt sich wohl, denn sie ist ja gut aufgehoben. Als der Gärtner kommt und sie in den Boden eingraben möchte, wehrt sie sich vehement. Was soll sie auch in der feuchten Erde? Da ist es kalt und dunkel. Sie hat Angst, dass sie dort sterben wird. Nein, das möchte sie nun wirklich nicht. 

Mit viel Geduld versucht der Gärtner die Blumenzwiebel zu überreden. Er erklärt ihr, dass das Leben ein Prozess der immerwährenden Wandlung ist. Wenn sie als Blumenzwiebel nicht bereit ist, notwendige Veränderungen zuzulassen, wird sie nie entdecken, was in ihr steckt. Sie wird innerlich und äußerlich vertrocknen und niemals zum Blühen kommen, niemals die Menschen mit ihrer Farbenpracht und ihrem Duft erfreuen.
Die Blumenzwiebel ist skeptisch. Sie möchte schon gerne zu einer leuchtenden Blume werden. Aber was würde dann aus ihr? Sie ahnt, dass das nicht ohne Spuren an ihr vorübergehen wird. Deshalb braucht sie sehr lange, bis sie endlich zustimmt, dass der Gärtner sie in die Erde eingräbt. Wie vermutet ist es im Boden dunkel und feucht. Schon bereut sie ihr Einverständnis. Erst wird sie ganz runzelig, aber sie merkt, dass sich tief in ihrem Innern etwas regt. Als die Frühlingssonne ihre ersten Strahlen schickt, geht eine wunderbare Wärme durch die Zwiebel. Vorwitzig bahnt sich ein neuer Trieb durch die Erde an das Licht. Dass er dabei die Zwiebel verletzen und aufsprengen muss, war genau das, was der Zwiebel solche Furcht bereitet hatte. Aber nun merkt sie, dass es ihr nichts mehr ausmacht, denn der neue Trieb ist ja ein Teil von ihr. Und so hilft sie tatkräftig mit, dass aus dem kleinen zarten Trieb eine prächtige Blume werden kann.

Diese kleine Geschichte zog viele Parallelen zu unserer gegenwärtigen und zukünftigen Situation in der Pfarreiengemeinschaft Effata. Wir feierten den Effata-Tag mit einem Gottesdienst als Fest der Verbundenheit unserer Pfarreien Frammersbach, Habichsthal und Partenstein in diesem Jahr in Partenstein im Jugendheim. Diese Verbundenheit ist mit den Jahren immer weiter gewachsen, was sich früher in unseren Orten niemand so richtig hat vorstellen können.

Die Geschichte mit der Blumenzwiebel lehrt uns aber, dass wir uns auf dem bisher Erreichten nicht ausruhen dürfen. Was wird in ein paar Jahren sein? Sicher ist, dass es kein „Weiter so“ geben wird. Momentan muss der Grundstein gelegt werden zu größeren pastoralen Räumen. Es wird immer mehr pfarreienübergreifend gedacht werden. Da die Hauptamtlichen nicht alles stemmen können, weil zu vieles auf ihnen lastet, sind in der Zukunft Ehrenamtliche wichtiger denn je. Mit ihrem Einsatz können sie mithelfen, dass Kirche vor Ort lebendig bleibt. Deshalb sollte sich jeder überlegen in wieweit er oder sie sich einbringen kann und möchte.

Kein „Weiter so“? Ein düsterer Gedanke – vor allem für diejenigen, die sich gerne vor jeder noch so kleinen Veränderung verschließen. Geht es uns nicht auch wie jener Blumenzwiebel? Sperren wir uns oder sind wir bereit, uns für neue Wege stark zu machen, auch wenn wir uns manches noch nicht vorstellen können. Können wir in stetiger Veränderung nicht auch Chancen entdecken für eine Kirche von der Basis her wie es im frühen Christentum war? Wenn wir in unseren Pfarreien allem Ungewohnten, aber Notwendigen positiv entgegensehen wird vielleicht die eine oder andere Blume in unseren Pfarreien zum Erblühen kommen, die es bei einem „Weiter so“ wahrscheinlich nicht gegeben hätte.

Sehr ansprechend mitgestaltet wurde die Messfeier musikalisch von der Schola und optisch von der Tanzgruppe. Es war ein sehr gelungener Gottesdienst, der vielleicht ein wenig nachdenklich gemacht hat. Anschließend war Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die meisten Besucher nutzten anschließend das Beisammensein beim gemütlichen Frühschoppen und Weißwurstessen.

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