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Passend zum sonnigen 1. Fastensonntag, Vorstellung des

MISEREOR-Hungertuch 2007

„Selig seid ihr …“

von Prof. Li Jinyuan

lädt ein, sich auf die »Bergpredigt« Jesu einzulassen.

Hungertuch 2007

Die Seligpreisungen bilden den Beginn der »Bergpredigt « – sie sind Jesu Bild von der radikal veränderten Welt (vgl. Mt 5, 3-11). Jesus lehrt seine Jüngerinnen und Jünger bestimmte Grundhaltungen, denen Sie in diesem Hungertuch nachspüren können.

Zum 50. Jahr seines Bestehens rückt MISEREOR diese Ethik der Seligpreisungen in den Mittelpunkt.

Farben und Formen

Das Hungertuch leuchtet in kraftvollem Gelb und Orange, warmes Ocker und Rot heben sich von ernstem Schwarz und Grau ab. Das Kreuz aus Licht, das sich nach oben zum Himmel hin immer weiter öffnet, findet sein Zentrum in Christus. Menschen drängen sich um ihn, der predigt: »Selig seid ihr, ihr seid gemeint!« Die Gestalten nehmen in ihrer Eckigkeit die Felsformationen des Berges auf: Mit all ihren Ecken und Kanten sind sie unterwegs. Feuer, Wasser, Geist: Zu Jesu Füßen brennt ein Feuer, es steht für das kommende Reich Gottes, das alles neu macht und das alte verbrennt. Darunter leuchtet ein roter Stempel, in den kunstvolle chinesische Schriftzeichen eingeprägt sind: »höchste güte ist wie das wasser« (Lao-Tse, Daodejing, 8). Mit Wasser und Geist ist Jesus getauft worden.

Selig seid ihr...

In den vier roten Kreisen hat Li Jinyuan vier der Seligpreisungen szenisch dargestellt: »Selig, die arm sind vor Gott« (Mt 5, 3): Hier stellt der Künstler das mühsame Leben der ethnischen Minorität der Yi dar, die im Südwesten Chinas in bitterer Armut lebt.

»Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden « (Mt 5, 10): Eine düstere Gefängnisszene.

Durch die Stäbe des winzigen Fensters erahnt man die Umrisse des Eingangs zur »Verbotenen Stadt« - Symbol für Menschenrechtsverletzungen, Unterdrückung und Zensur. »Selig die Trauernden« (Mt 5, 4): ein Lehrer gibt einen Trost anderer Art weiter. Bücher als Symbole des Wissenserwerbs. Bildung ist in China und vielen Ländern des Südens für arme Eltern kaum zu finanzieren. Noch schwieriger ist es für Menschen mit Behinderungen, Zugang zu Bildung und Ausbildung zu bekommen.

»Selig die Friedensstifter« (Mt 5, 9): Wir sehen eine Szene voller Harmonie – Löwe, Bärin, Lämmer, Böcke und Menschen lagern beieinander – eine Vision vom Frieden zwischen den Menschen und der Natur. Die Kalligraphie auf dem Hungertuch verschränkt die beiden oberen Vignetten miteinander: »Selig, die arm sind vor Gott« und »Selig die Barmherzigen«. »... denn euch gehört das Himmelreich«: Die ausladende Baumkrone am unteren Bildrand greift das Gleichnis vom Senfkorn auf. Um heranzuwachsen benötigt der kleine Keim Wasser, das ihn nährt. Genauso braucht nachhaltige Bildung Förderung und Zeit zum Wachsen. Die Szenen in den Vignetten sind Ausfaltungen dieses Gleichnisses: In jedem Bild tritt die Kraft der Solidarität und der Liebe zu Tage.  Jede Vignette ist wie ein Samenkorn, das Frucht bringen und Jesu Worte verdeutlichen wird: Worte, welche unsere Maßstäbe nicht nur in Frage, sondern auf den Kopf stellen.

Und so werden wir in die Dynamik des Lichtkreuzes hineingenommen: von unten nach oben wachsen wir dem Reich Gottes entgegen.

Text: Auf Tuchfühlung MISEREOR  

Passend bei uns durch Jesus (Kreuz, Tabernakel und Altar) gehen wir diesen Weg.

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