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Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ehrenamt!

Ganz einfache Wunder, sie geschehen auch in meinem Leben. Wenn ich mit der nötigen Aufmerksamkeit durch den Alltag gehe, dann kann ich sie entdecken. Dann höre ich vielleicht nicht die Geräusche der großen Eiche, die sich im Winde wiegt, sondern auch den Apfelbaum. Vielleicht höre ich sogar den Wind, wie er über das Gras streicht und es bewegt. Doch dazu muss ich bewusst horchen und es muss in mir ganz still sein.
Vielleicht erblicke ich unterwegs einen Regenbogen, fahre geradewegs hindurch und es kommen mir ganz neue Gedanken, so als ob er zu mir spräche. Das kann kein  Zufall sein. Es könnte auch mit Gott zu tun haben, Will er mir etwas sagen oder zeigen?
Gott lädt uns in der Advents- und Weihnachtszeit ein, die kleinen Wunder mit all unseren Sinnen wahrzunehmen:
Ein Kind in einem Stall geboren.
Mit unseren Augen die Umgebung wahrnehmen und das Kind und seine Eltern ansehen.
Mit unseren Ohren die Geräusche im Stall hören.
Mit unseren Händen das Kind und seine Eltern begrüßen und sie spüren.
Mit unserer Nase den Geruch im einfachen und doch warmen Heim wahrnehmen.

Ganz einfache Wunder geschehen im hier und jetzt.
Ganz einfache Wunder -  fällt ihnen eines aus Ihrem Leben ein?

Die folgende Geschichte von einem Kleinbauern  kann uns helfen, dieses Wunder auf eine ganz andere Art erfahrbar zu machen:

Es war einmal ein Kleinbauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Kaffeebohnen in seine linke Hosentasche. Immer wenn er während des Tages etwas Schönes erlebt hatte, wenn ihm etwas Freude bereitete, wenn er einen Glücksmoment empfunden oder ein kleines Wunder entdeckt hatte, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und gab sieh in die rechte.
Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden es mehr Bohnen, die von der linken in die rechte Hosentasche wanderten. Der Duft der frischen Morgenluft, der Gesang der Amsel auf dem Dachfirst, das Lachen seiner Kinder, das nette Gespräch mit seinem Nachbarn - immer wanderte eine Bohne von der linken in die rechte Tasche.
Bevor er am Abend zu Bett ging, zählte er die Bohnen in seiner rechten Hosentasche. Und bei jeder Bohne konnte er sich an das positive Erlebnis erinnern. Zufrieden und glücklich schlief er ein - auch wenn er nur eine Bohne in seiner rechten Hosentasche hatte.
Ich finde diese Idee mit den Bohnen toll. Gut, es müssen ja nicht Bohnen sein. Kleine Perlen, Reiskörner oder was auch immer tun es auch. Es geht einfach darum, dass unser Blick geschärft wird. Dass wir das Schöne und Positive, dass wir die kleinen Wunder in unserem Leben mitbekommen. Es sind die kleinen Glücksmomente, die wir sonst vielleicht nicht wahrnehmen.
Für uns Hauptamtliche in der Seelsorge ist es immer wieder ermutigend, wenn wir sehen, wie viele Menschen sind in unserer Pfarreiengemeinschaft Effata als ehrenamtliche Mitarbeiter/innen ins Gemeindeleben einbringen, so unterschiedlich das Eingebrachte auch sein mag. Jede kleine Handlung, die wir wahrnehmen, ist für uns wie eine Kaffeebohne, die von einer Hosentasche zur anderen wandert. Und so sind unsere Hosentaschen randvoll. Und jede Bohne ist wie das Ereignis, das dahinter steht, ganz einmalig.
Herzlichen Dank für all Ihr Engagement im vergangenen Jahr!

Übrigens: auch durch Ihre Mitarbeit geschieht Menschwerdung. Weihnachten ereignet sich hier und heute, manchmal ganz verborgen im hintersten Eck:
Weihnachten ist ...
wenn ein stilles Lächeln von Herzen kommt
wenn das Ich zum Wir sich wandelt
wenn Hände lieber geben als nehmen
wenn aus Abstand Nähe wird
wenn Helfen ein wichtiges Wort wird
wenn Augen zu leuchten beginnen
und eine Träne nicht Leid bedeuten muss.
Weihnachten ist ...
nicht nur eine kurze Zeit im Jahr. Durch Ihr Engagement haben wir Weihnachten erfahren im ganzen Jahr. Danke!

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das Neue Jahr 2014!

Bernhard Albert, Pfarrer                      Petra Bigge, Gemeindereferentin

Gisbert Bachmeyer, Diakon              Franziska Büdel, Religionslehrerin

Edgar Sahm, Pfarrer i.R. (Habichsthal)



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